Gehaltsvorstellungen Pat.Ing.

versteh-nix

SILBER - Mitglied
Hallo,

einem Freund von mir wurde eine Pat.Ing.-Stelle in einer Münchner Kanzlei angeboten, Einstiegsgehalt 2700,-- und nach einem Jahr 2900 (Ende der Fahnenstange).

Ist das ok oder schlecht bzw. Ausbeutung?

Danke für Rückmedlungen.
 

ip_kandidat

GOLD - Mitglied
Ich weiß es leider nicht, aber ich habe auch eine Frage:

Ich habe ein Auto gekauft für 10000 Euro. Ist das gut oder schlecht?
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
Schlecht.
10000 für ein Auto ist nicht gut. Den gibt's schon für 1.440, - Euro plus Steuern.
Warum man für's Steuern bei einem Auto draufzahlt verstehe ich aber auch nicht. Sollte ja selbstverständlich sein.
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
Huch, jetzt habe ich das Modell vergessen. Also den Tata Nano gibt es für 1.440,- Euro plus Steuern.
Und wenn man den als Jahreswagen kauft, bekommt man das Steuern als Bonus-feature. Ein Nano-App sozusagen.

Gonzo
 

David13

SILBER - Mitglied
Hallo,

vorausgesetzt, die Frage ist ernst gemeint, und es handelt sich um das monatl. Brutto-Gehalt, so finde ich den Betrag sehr bzw. zu niedrig. Sollten die Randbedingungen nicht furchtbar schlecht sein, so würde ich mir 'ne andere Kanzlei suchen. Zur Not eben dort anfangen und weiter suchen.

David13
 

versteh-nix

SILBER - Mitglied
@David13: Zunächst mal danke für die Antwort.

@ip-kannnichtdat & gronzo:

Es ist nicht so, dass jemand einen "beliebigen" Job, alles zwischen Hausmeister und Arzt, angeboten bekommen hat. Pat.Ing. sollte für Leute, díe dieses Forum frequentieren, ein Begriff sein!!!,,, (dachte ich jedenfalls).

Danke jedenfalls für die tolle Hilfe
 

ip_kandidat

GOLD - Mitglied
Ihnen wird klar sein, dass sich die Frage pauschal nicht beantworten läßt. Für einen Berufsanfänger mit Bachelor Abschluss ist das Gehalt voll ok, für einen Patentingenieur mit zehn Jahren Berufserfahrung und möglicherweise bestandenem EQE ist es Ausbeutung.
 

ppa

GOLD - Mitglied
ist das ein fake?

wschl soll hier nach der sinnvollen diskussion ueber die "kandidatenschwemme" dumm rumgeredet werden.

2.700 für einen Ingenieur? niicht für eine ausbildung, sondern als gehalt?
bei dem arbeitsmarkt? in münchen?
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
versteh-nix schrieb:
@David13: Zunächst mal danke für die Antwort.

@ip-kannnichtdat & gronzo:

Es ist nicht so, dass jemand einen "beliebigen" Job, alles zwischen Hausmeister und Arzt, angeboten bekommen hat. Pat.Ing. sollte für Leute, díe dieses Forum frequentieren, ein Begriff sein!!!,,, (dachte ich jedenfalls).

Danke jedenfalls für die tolle Hilfe
Ach komm schon! Ein bisschen Spass muss auch mal sein.

2700,- Euro. Brutto ist das eher zu niedrig. 2.900,- auch fast zu wenig. Als Angestellter!
Als Freiberufler ist das auf alle Fälle zu wenig. Brutto sowieso. Netto aber auch.

"Ende der Fahnenstange" finde ich in einer Kanzlei auch nicht so toll. Umsatzbeteiligungen o.ä. sollte es schon geben. In 10 Jahren ist der Freund dann bei 200.000,- Euro Umsatz und verdient immer noch 2.900,- Euro Brutto. Das ist dann zu wenig.

Als Ingenieur wäre vielleicht zu erwägen, eher die PA-Ausbildung zu machen (ohne jetzt wieder eine Diskussion lostreten zu wollen), da nach erfolgter Qualifizierung dann deutlich bessere Einkommen generiert werden können. Hängt aber sicher an der persönlichen Qualifikation.

Allgemein nochmal zur Fragestellung: Gehaltsfragen sind immer komplex und ohne nähere Infos schwer oder garnicht vernünftig zu beantworten. Also nächstes Mal bitte: Welche Qualifikationen werden mitgebracht? Was genau beinhaltet das Gehalt und was genau die Stellenbeschreibung? Gibt es weiteren Ausblick auf eine evtl. Karriere etc.
Dann lässt sich so etwas auch vernünftig beantworten.
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
Nochmal so als Nachtrag: Ein Ingenieur ohne Berufserfahrung bei Erstanstellung kann in "der Industrie" mit 40.000,- Euro rechnen. Das mach 3333,33 Euro mtl. und liegt somit um einiges über dem obig angegebenen "Ende der Fahnenstange".
Selbst wenn der Berufseinstieg nur 35.000,- Euro bringt liegt der Berufsanfänger noch immer leicht über dem "Ende der Fahnenstange".
Allerdings ist das dann beim Industrie-Ingenieur eben nicht dieses "Ende der Fahnenstange" sondern das Gehalt wird mit wachsender Berufserfahrung wohl noch (erheblich) steigen.

Das beschriebene Angebot zielt wohl eher darauf ab, Routineaufgaben abzuwälen, damit sich Altpartner bereichern können.

Gonzo
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
Und noch was:
Aus der ursprünglichen Frage geht die Wochenarbeitszeit, der vereinbarte Urlaub usw. auch nicht hervor.
Es ist schon ein Unterschied, ob man 35h die Woche oder 40h die Woche vereinbart und ob man 20 Tage Urlaub im Jahr oder 30 Tage bekommt.
Wenn gar keine Arbeitszeit vereinbart wird und man eben solange arbeiten soll, bis alle Arbeiten erledigt sind, dann kommt das einem aussertariflich Angestellten Industrieingenieur nahe. Dafür sind die angegebenen 2.700,- bis 2.900,- Euro deutlichst zu wenig.
 

Gonzo

*** KT-HERO ***
Und noch was:
Aus der ursprünglichen Frage geht die Wochenarbeitszeit, der vereinbarte Urlaub usw. auch nicht hervor.
Es ist schon ein Unterschied, ob man 35h die Woche oder 40h die Woche vereinbart und ob man 20 Tage Urlaub im Jahr oder 30 Tage bekommt.
Wenn gar keine Arbeitszeit vereinbart wird und man eben solange arbeiten soll, bis alle Arbeiten erledigt sind, dann kommt das einem aussertariflich Angestellten Industrieingenieur nahe. Dafür sind die angegebenen 2.700,- bis 2.900,- Euro deutlichst zu wenig.
 

ConfoosedPhysicist

GOLD - Mitglied
Ein Punkt fehlt mir bisher in der Diskussion, der mir aber sehr wichtig scheint: Es gibt nicht nur den Ing. der in einer Kanzlei Patente bzw. Anmeldungen bearbeitet, sondern den Abschluss Pat.-Ing. z.B. an der Humboldt-Uni oder FH Amberg/Weiden.

Das ist deshalb wichtig, weil solche Pat.Ing.'s mit so einem Abschluss von manchen Kanzleien sehr gern als Kandidaten eingestellt werden, weil die ja schon mehr über IP wissen als der 'normale' Pat.Ing.

Und in der ursprüngliche Frage fehlt eben der Hinweis, ob es sich um einen 'ausgebildeten' Pat.Ing. auf einer Kandidatenstelle handelt oder um einen normalen Ing., der halt in einer Kanzlei als Pat.Ing. auf einer Dauerstelle als Ing. ohne Zulassung anfängt und dem unterschriftsberechtigten PA/zugelassenen Vertreter zuarbeitet.

Und dieser Unterschied macht sehr viel aus, wenn es ums Gehalt geht.
 

versteh-nix

SILBER - Mitglied
Es handelt sich um Dauerstelle und einem Ing. frisch von der TH. Urlaub 28T, 28 Stunden, Überstunden werden nicht gezahlt, aber erwartet, Arbeitsfeld sind Neuanmeldungen, Recherche und Bescheide (das übliche eben).

Ich hab meinem Freund von diesem Angebot abgeraten, einfach zu niedrig dotiert. Man kann im Krankenhaus auch keinen Arzt einstellen für (überspitzt) angfangs 500 Euro, und ihm dann sagen, wenn Du auch fleissig Wochenenddienst schiebst, kriegst auch viel mehr....evtl. 700 Euro (jetzt mal krass dargestellt).
 

ip_kandidat

GOLD - Mitglied
Ein Ingenieur frisch von der Uni muss natürlich in die Thematik des gewerblichen Rechtsschutz erst eingearbeitet werden. Von daher ist die Anfangsphase aus Sicht der Kanzlei eine Anlernphase. Die Kanzlei verdient im ersten Jahr sicher nichts mit eine solchen Patentingenieur. Vielleicht ist die Erfahrung hier auch, dass viele solcher Patentingenieuer nach einem Jahr gehen (Industrie sucht Patentingenieur "mit Kanzleierfahrung")? Der Vergleich mit dem Arzt hinkt insofern, als dass der Arzt unmittelbar aus einem praktischen Jahr kommt, in dem er quasi als unterbezahlter/gar nicht bezahlter Assistenzarzt tätig war.

Ich würde in jedem Fall davon ausgehen, dass sich das Gehalt nach einem Jahr entsprechend nachverhandeln läßt. In der jetzigen Situation gibt es aber sicher genügend besser bezahlte Stellen. Jeder Einsteiger im öffentlichen Dienst verdient mehr!
 

ConfoosedPhysicist

GOLD - Mitglied
Dann kann ich Gonzo nur zustimmen:

deutlichst zu wenig

Mir wurden vor 5 Jahren mal 60 k gezahlt, als Pat.Ing. in einer Kanzlei, allerdings mit einiger Erfahrung in IP.
 

studi

GOLD - Mitglied
Ich kenne einen Pat.Ing in München, der in vergleichbarer Lage war. Er wurde mit 40k eingestellt. Ob es heute noch 60k für einen Pat.Ing beim Einstieg gibt? Wohl eher nicht...
 

grond

*** KT-HERO ***
studi schrieb:
Ich kenne einen Pat.Ing in München, der in vergleichbarer Lage war. Er wurde mit 40k eingestellt. Ob es heute noch 60k für einen Pat.Ing beim Einstieg gibt? Wohl eher nicht...
Ingenieur ist auch nicht gleich Ingenieur. Es gibt durchaus technische Bereiche, wo 60k€ ein normales Anfangsgehalt sind.

Frisch von der Uni (bzw. FH/TH) würde ich aber sowieso keinem Ingenieur raten, direkt als Patentingenieur anzufangen. Er gibt damit schon gleich zu Anfang seines Berufslebens die realistische Chance auf, in seinem eigentlichen technischen Beruf zu arbeiten, andererseits wird es schwierig mit dem Praxisjahr, falls er doch einmal ernst mit IP machen und Patentanwalt werden will.
 

versteh-nix

SILBER - Mitglied
So ein Job macht keinen Sinn, denn sobald der betreffende merkt, dass er sich viel zu günstig verkauft hat bzw. AG auf Schnäppchenjagt war, und zwar auf Kosten des AN, wird wohl Vertrauen und Motivation des AN. Kenn ich aus eigener Erfahrung, aber ich hab die Notbremse rechtzeitig gezogen.

Also, es ist nur dann ok, wenn der AN nach einem Jahr sich woanders hinbewirbt.

Übrigens, es gab ja hier schon einen Thread für Pat.Ing.-Gehälter. Als "unterste Schmerzgrenze" in München war angegeben 45.0000 Brutto Einstiegsgehalt für Neuling auf diesem Gebiet.

Ich würd sagen, so ca. 43k am Anfang und 45-47K nach einem Jahr wäre eine gute Ausgangsbasis.
 
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