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Thema: Kandidatenausbildung in Deutschland oder auswärts?

  1. #1
    Einfaches Mitglied Land: DE

    1 Renommee: 10 10


    Registriert seit:

    10.04.20

    Kandidatenausbildung in Deutschland oder auswärts?

    Liebe Kandidatenkolleginnen und -kollegen,

    ich mache derzeit meine Kandidatenausbildung im Ausland, sehe mich aber in nahe Zukunft eher in Deutschland. Ursprünglich wollte ich die Ausbildung im Ausland beenden und mich dann nach der Zulassung in Deutschland umsehen. Allerdings bin ich mit meiner Ausbildungskanzlei nicht so zufrieden und bin deshalb am Überlegen schon während der Ausbildung zu wechseln. Ich würde gern zu einer grösseren Kanzlei und wollte daher fragen, ob jemand der seine Ausbildung in einer grösseren Kanzlei macht mir vielleicht ein bisschen über seinen Alltag/Aufgaben erzählen kann. Vielleicht kurz zu mir, ich hab meine Ausbildung vor gut zwei Jahren begonnen. Wäre also vor allem daran interessiert welch Arbeit anderer Kandidaten im gleichen Ausbildungszeitraum so machen.
    Arbeitet ihr z.B. mit mehreren erfahrenen Kollegen zusammen oder arbeitet ihr immer nur mit derselben Person? Bekommt ihr viele unterschiedliche Aufgaben oder ist es immer nur das Gleiche? Ich hab mal gehört, dass man in Deutschland am Anfang seiner Ausbildungszeit meist Übersetzungen machen muss. Ist das richtig? Wie sieht's mit Kursen aus? Habt ihr in house tutorials oder besucht ihr externe Kurse zu Prüfungsvorbereitung? Wie sieht's mit dem Arbeitsklima in eurer Kanzlei aus? Ist das alles sehr hierarchisch oder eher ne flache Struktur? Macht ihr auch viel auf Deutsch oder ist alles auf English?
    Ist mir schon klar, dass man das alles nicht verallgemeinern kann, aber es wäre schön ein paar Infos zu bekommen um mir ein besseres Bild über die Ausbildung in Deutschland machen zu können.

    Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus für eure Antworten :-)


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  2. #2
    Einfaches Mitglied Land: DE

    5 Renommee: 11 11


    Registriert seit:

    14.03.18

    AW: Kandidatenausbildung in Deutschland oder auswärts?

    Hallo MCM00,

    anbei meine bisherigen Erfahrungen in der Kandidatenzeit:

    Arbeitet ihr z.B. mit mehreren erfahrenen Kollegen zusammen oder arbeitet ihr immer nur mit derselben Person?

    Offiziell und mehrheitlich bin ich einem Partner unterstellt. Das liegt insbesondere an den Mandanten, die mein Ausbildungspartner betreut und an deren technischen Gebieten (überschneidet sich gut mit meinem fachlichen Wissen aus dem Studium). Allerdings arbeite ich auch regelmäßig für andere Partner, um auch mit anderen technischen Gebieten in Berührung zu kommen und verschiedene Arbeitsweisen bei der Bearbeitung von Akten kennenzulernen. Dadurch kann man schon als Kandidat das beste für einen übernehmen und so seinen eigenen Arbeitsstil entwickeln.

    Bekommt ihr viele unterschiedliche Aufgaben oder ist es immer nur das Gleiche? Ich hab mal gehört, dass man in Deutschland am Anfang seiner Ausbildungszeit meist Übersetzungen machen muss. Ist das richtig?

    Zu Beginn der Ausbildung habe ich tatsächlich einige Übersetzungen geschrieben. Das hat mir aber sehr geholfen, um die "Patentsprache" in Deutsch und Englisch zu lernen, den (richtigen) Aufbau von Beschreibungen zu verstehen und auch die notwendige Genauigkeit in der Arbeitsweise eines Patentanwalts zu lernen. Mittlerweile mache ich Bescheidserwiderungen, schreibe ganze Anmeldungen und arbeite auch schon bei einzelnen Litigation-Verfahren mit.

    Wie sieht's mit Kursen aus? Habt ihr in house tutorials oder besucht ihr externe Kurse zu Prüfungsvorbereitung?

    Bekannt unter den Kandidaten ist die IP-Akademie von Bardehle Pagenberg, die gibt es auch online. Für die Vorbereitung zur EQE gibt es auch verschiedene Kurse und Unterlagen, z.B. von Delta Patents (ohne jetzt hier Werbung machen zu wollen).

    Wie sieht's mit dem Arbeitsklima in eurer Kanzlei aus?

    Top. Gerade am Anfang der Ausbildung ist man natürlich noch unsicher und hat viele Fragen. Jeder hat aber absolutes Verständnis dafür und nimmt sich gerne auch einmal etwas mehr Zeit, um die offenen Fragen in einer Akte zu beantworten. Auch der Austausch mit den Fachangestellten und dem Sekretariat ist sehr gut. Mir persönlich hat es sehr geholfen auch einmal zu sehen, was die Aufgaben der Fachangestellten sind, um die Prozesse und Abläufe in der gesamten Kanzlei besser zu verstehen. Daneben machen wir auch regelmäßig Team-Events mit der gesamten Kanzlei!

    Ist das alles sehr hierarchisch oder eher ne flache Struktur?

    Kanzleien sind öfters in der "klassischen" Struktur Partner-Anwalt-Kandidat aufgebaut. Wie das aber im Alltag gelebt wird, hängt von der jeweiligen Kanzlei ab. Bei uns begegnen sich alle mit Respekt und Wertschätzung. Unabhängig davon, ob Partner, Fachangestellter oder Kandidat. Wenn es Probleme oder Anliegen gibt, werden diese besprochen und eine Lösung dafür gefunden. Persönlich finde ich es sehr wichtig, dass Kandidaten nicht als "billige Arbeitskräfte" ausgebeutet werden.

    Macht ihr auch viel auf Deutsch oder ist alles auf English?

    Ungefähr gleich viel auf Deutsch und Englisch. Das hängt aber stark von der Kanzlei und den Mandanten ab.


    Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

    Viele Grüße


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